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Ein Vorher-Nachher-Vergleich der 13 heimlich vorgenommenen Änderungen

4. Juni 2016

Am 17.04.2012 lehnten die Herausgeber der IASLonline meine Beschwerde wie folgt kategorisch ablehnt: „Wir können Ihnen versichern, dass die Rezension durch die Fachreferentin und die Herausgeber mit der bei IASLonline üblichen Sorgfalt und nach den bei uns geltenden wissenschaftlichen Standards betreut worden ist.“ Am 25.04.2012 wurde ohne jegliche editorische Anmerkung und Änderungshinweis in der bereits veröffentlichen Rezension in der peer-review Onlinezeitschrift „Internationale Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur“ (IASLonline) dreizehn anscheinend als notwendig erachtete Korrekturen vorgenommen, um die äußere Form zu wahren und sich keiner Blöße zu geben. Erst nach 18 Monaten und nachdem auch Beschwerden beim Deutschen Presserat und beim Ombudsmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingereicht wurden, die trotz ihrer formalen Ablehnung meiner Beschwerde, möglicherweise in der internen Kommunikation mit der IASLonline sie auf die Unhaltbarkeit dieser manipulativen Korrekturmethode aufmerksam gemacht haben:

„Die nachfolgende Besprechung ist die zweite Fassung einer Rezension, die am 10.3.2012 veröffentlicht und am 25.04.2012 aufgrund von Hinweisen des Rezensierten an wenigen Stellen korrigiert wurde. Wir wollen hiermit dem Vorwurf einer ‚Retuschierung‘ begegnen. Daher veröffentlichen wir nach mehr als 2100 publizierten Rezensionen erstmals in der Publikationsgeschichte von IASLonline zwei Fassungen einer Rezension. Aus technischen Gründen wird auch in dieser Version das ursprüngliche Publikationsdatum, der 10.03.2012, angegeben. Hier handelt es sich jedoch um die Version vom 25.04.2012. Dies ist der Link zur Fassung vom 10.03.2012: http://www.iaslonline.de/index.php?vorgang_id=3753“.

Als das Antidiskriminierungsnetzwerk Berlin die Herausgeber der IASLonline zu dieser absolut intransparenten Arbeitsweise befragten, erklärte die IASLonline zähneknirschend, dass „unser Verfahren hier ungeschickt war“. Das ist natürlich eine grobfahrlässige Verharmlosung, da bereits Studierende wissen sollten, dass die Verwendung unmarkierter Korrekturen nach dem Erscheinen einer wissenschaftlichen Online-Publikation ein absolutes no-go darstellt und einer Textmanipulation gleichkommt. Der Einzug dieser unzulässigen Methode würde das System wissenschaftlicher Online-Zitationen ad absurdum führen. Bereits jeder ernstzunehmende Blog hat daher nicht nur eine Update- und Korrekturnotizzeile, sondern markiert Korrekturen und Ergänzungen durch Streichung und farbliche Unterscheidung im Fließtext, um durch Übersichtlichkeit eine gewisse Transparenz zu ermöglichen. Damit wissenschaftliches Zitieren und damit auch die Überprüfbarkeit von Online-Quellen gewährleistet ist, muss auch die kleinste Änderung lückenlos dokumentiert werden. Das ist bei der hier von der IASLonline verwendeten Methode nicht gegeben und für eine Wissenschaftszeitschrift ein Armutszeugnis. Statt Transparenz und kritische Aufarbeitung geht es ganz offensichtlich nur um Schadensbegrenzung und die scheinbare Einhaltung von Formalitäten, die aber keine Einhaltung wissenschaftlicher Mindeststandards darstellen. Übersicht über die Änderungen im Fließtext.

Die unten aufgeführten Änderungen stellen nur die aller notwendigsten formalen Korrekturen dar. Für ein Gesamtverständnis der Rezension müssen aber auch andere Kontexte wie Auslassungen, weitere sachliche Fehler, unhaltbare Unterstellungen, einseitiger Framing und unausgeglichene Interpretationen einbezogen werden. Siehe Mehr als eine abgründige Rezension? Ausführliche Entgegnung und Begründung

Übersicht der retuschierten Korrekturen

Alt = Stand beim Erscheinen am 10.03.2012
Neu = Stand nach der heimlichen Korrektur am 25.04.2012

  1. Inhaltliche Korrektur
    Weitere Belege
    Einen weiteren Beleg
  1. Inhaltliche Korrektur mit neu eingefügter Fußnote
    entnimmt er aus einem »Universallexikon der Sittengeschichte und Sexualwissenschaft« und aus dem »Bilder-Lexikon der Erotik« (S. 121 ff.).
    entnimmt er aus einem »Bilder-Lexikon der Erotik«6 (S. 121 ff.).
    Anmerkung: Die alleinige Nennung des Kurztitels hat zur Folge, dass Unkundige die Quelle für suspekt halten werden.
  1. Inhaltliche Korrektur
    Auch in einem dubiosen Werk
    Auch in einem für sprachhistorische Fragestellungen auf den ersten Blick dubiosen Werk
  1. Veränderte Fußnote
    Deutschen Fremdwörterbuch 6
    Deutschen Fremdwörterbuch 7
  1. Grammatikkorrektur
    führen
    führt
  1. Rechtschreibkorrektur
    Zaimoglu
    Zaimoğlu
  1. Korrektur eines Zitationsfehlers
    »Signifying Processes« (S. 41, S. 259 ff.)
    »Signifying Practices« (S. 41, S. 259 ff.)
  1. Rechtschreibkorrektur
    Zaimoglu
    Zaimoğlu
  1. Grammatikkorrektur
    geehrt fühlen.
    geehrt zu fühlen.
  1. Veränderte Fußnote
    Diskussion gelohnt. 7
    Diskussion gelohnt. 8   
  1. Neue Fußnote mit neuer Literaturangabe
    6  Bastard. In: Deutsches Fremdwörterbuch. Bd. 3, Berlin: de Gruyter 1997, S. 207–212, hier S. 207.
    6 Vgl. Bilder-Lexikon der Erotik, 10 Bde., hrsg. vom Institut für Sexualforschung in Wien. Hier Bd. 1: Bilder-Lexikon der Kulturgeschichte: ein Nachschlagewerk für die Begriffe und Erscheinungen auf dem Gebiete der Kulturgeschichte, Sittengeschichte, Folklore, Ethnographie … Wien [u.a.]: Verlag für Kulturforschung 1928.
    Anmerkung: Obwohl der Rezensent erst durch meine Hinweise den Hintergrund dieser Quelle erfahren hat, die er als „dubioses Werk“ beschrieben hat, zieht er es hier vor die antiquiert erscheinende Originaledition aufzuführen. Dieses Lexikon wurde aufgrund seiner Bedeutung als einzigartiges Referenzwerk in einer neu editierten Ausgabe in der Digitalen Bibliothek herausgegeben. Die von mir verwandte Quelle lautet: Bilder-Lexikon der Erotik. Universallexikon der Sittengeschichte und Sexualwissenschaft (1999 [1928-32]). Hg. v. Institut für Sexualforschung in Wien. Digitale Bibliothek. Bd. 19. Berlin: Directmedia.
  1. Veränderte Fußnote
    7  Mary Douglas: Purity and Danger. An Analysis of Concepts of Pollution and Taboo (1966). London: Routledge 2004, S. 44 f.
    7  Bastard. In: Deutsches Fremdwörterbuch. Bd. 3, Berlin: de Gruyter 1997, S. 207–212, hier S. 207. 
  1. Neu eingefügte Fußnote
    Alt: –
    8  Mary Douglas: Purity and Danger. An Analysis of Concepts of Pollution and Taboo (1966). London: Routledge 2004, S. 44 f.
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