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Offene Petition

Offene Petition:  Aufklärung des Wissenschaftsskandals in der
IASLonline und öffentliche Entschuldigung der Herausgeber

Offene Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/aufklaerung-des-wissenschaftsskandals-in-der-iaslonline-oeffentliche-entschuldigung-der-herausgeber

Das Internationale Archiv für Sozialgeschichte der Deutschen Literatur (IASLonline) ist eine eingetragene Zeitschrift mit der ISSN 1612-0442. Es gehört mit fünf professoralen HerausgeberInnen, 61 zumeist professoralen FachreferentInnen und einem zehnköpfigen Redaktionsteam zu den größten Wissenschaftszeitschriften in der deutschen Germanistik. Dort wurde am 10.03.2012 unter dem Titel „Hybridität – Ein Abriss“ nach einem internen peer-review eine Rezension von Thomas Schwarz über die Monographie von Kien Nghi Ha „Unrein und vermischt. Postkoloniale Grenzgänge durch die Kulturgeschichte der Hybridität und der kolonialen ‚Rassenbastarde‘“ (Postcolonial Studies, Bd. 6, Bielefeld: transcript 2010, 317 S.) veröffentlicht. Dieses Buch basiert auf der mit summa cum laude bewerteten Promotionsarbeit des deutsch-vietnamesischen Nachwuchswissenschaftlers und wurde mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2011 für Promotionen und Habilitationen, einer Publikationsförderung der FAZIT-Stiftung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach einem anonymen wissenschaftlichen Gutachten sowie der Nominierung für den Bremer Studienpreis 2010 durch den Fachbereich Kulturwissenschaft der Universität Bremen prämiert. Natürlich machen solche Ehrungen diese Studie keinesfalls gegen berechtigte und inhaltlich begründete Kritik immun.

Nachdem Kien Nghi Ha die verantwortlichen Herausgeber, die Redaktion, die Fachreferenten und den Rezensenten in einem umfangreich und sorgfältig mit Quellen begründeten 37-seitigen Schreiben vom 15.04.2012 auf die zahlreichen faktischen und inhaltlichen Fehler in Kenntnis setzte, und um eine sorgfältige Prüfung innerhalb von vier Wochen bat, antworteten die Herausgeber nach nicht mal 48 Stunden – ganz offensichtlich ohne eine ernsthafte Prüfung der Beschwerde – in ihrem Schreiben vom 17.04.2012 wie folgt: „Wir können Ihnen versichern, dass die Rezension durch die Fachreferentin und die Herausgeber mit der bei IASLonline üblichen Sorgfalt und nach den bei uns geltenden wissen-schaftlichen Standards betreut worden ist“. Im diesem Schreiben wurde auch eine inhaltliche Diskussion und die Veröffentlichung einer Gegendarstellung in der IASLonline prinzipiell abgelehnt.

Bei einem erneuten Zugriff stellte Kien Nghi Ha am 23.05.2012 fest, dass die Buchbesprechung an mindestens dreizehn Stellen retuschiert wurde, um offensichtliche Fehler zu kaschieren und dem Verriss mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. An fünf Stellen wurden inhaltliche Korrekturen vorge-nommen, die ganz offensichtlich mit den Fehlerhinweisen von Kien Nghi Ha zusammenhängen. In der abgeänderten Rezension werden weder Änderungsdatum und Korrekturgründe für die Leser genannt noch auf die Beanstandungen hingewiesen, die erst diese Korrekturen ausgelöst haben. Seitdem hat sich an diesem Zustand nichts mehr geändert (Stand: 19.09.2012), so dass nicht von einem redaktionellen Versehen ausgegangen werden kann. Diese dubios wirkende Arbeitsweise ist für eine wissenschaft-liche Institution, die über die Deutungsmacht der IASLonline verfügt und die für sich eine sogenannte „Qualitätsgarantie“ in Anspruch nimmt und damit auch wirbt, mehr als fragwürdig.

Neben der manipulativ, intransparent und unseriös erscheinenden Online-Korrekturpraxis der bereits veröffentlichten Rezension bei der IASLonline sind auch die faktischen Fehler, inhaltlichen Missgriffe, Unterstellungen, Suggestionen und Auslassungen des mangelhaft begründeten Verrisses von Thomas Schwarz gravierend. In der Gegendarstellung von Kien Nghi Ha werden dem Medienrecht folgend 20 faktische und formale Fehler in der Rezension richtig gestellt. Im dem 35-seitigem Aufsatz „Mehr als eine abgründige Rezension?“ findet eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Rezension statt, in der in 14 Punkten die Aussagen der Rezension anhand eines Quellenabgleichs überprüft und richtig gestellt werden. Nur um ein besonders bedeutsames Beispiel zu nennen: So erweckt der Rezensent den Anschein, dass Kien Nghi Ha eine obskure NS-Hochschulschrift des Althistorikers Hermann Bengtson verwendet hätte. In Wahrheit handelt es sich jedoch um ein internationales Standardwerk der Alter-tums-wissenschaften, das 1965 unter dem Titel „Griechen und Perser“ in der Reihe Fischer Weltgeschichte publiziert wurde. Für einen Wissenschaftler ist ein solcher Vorwurf natürlich sehr weitreichend und schwerwiegend, weil die Reputation nachhaltig Schaden nehmen kann und geeignet ist berufliche Zukunftschancen nachhaltig zu beschädigen.

Institutioneller Rassismus wird von der Macpherson-Kommission der britischen Regierung (1999) definiert als das „kollektive Versagen einer Organisation, Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Kultur oder ethnischen Herkunft eine angemessene und professionelle Dienstleistung zu bieten. Er [institutioneller Rassismus] kann in Prozessen, Einstellungen und Verhaltensweisen gesehen und aufgedeckt werden, die durch unwissentliche Vorurteile, Ignoranz und Gedankenlosigkeit zu Diskriminierung führen und durch rassistische Stereotypisierungen, die Angehörige ethnischer Minderheiten benachteiligen. Er überdauert aufgrund des Versagens der Organisation, seine Existenz und seine Ursachen offen und in angemessener Weise zur Kenntnis zu nehmen und durch Programme, vorbildliches Handeln und Führungsverhalten anzugehen. Ohne Anerkennung und ein Handeln, um solchen Rassismus zu beseitigen, kann er als Teil des Ethos oder der Kultur der Organisation weit verbreitet sein.“

Wir fordern eine formale Untersuchung durch unabhängige Sachverständige, eine zügige und umfassende Aufklärung, die Richtigstellung aller Fehler, unbegründeten Vorwürfe und Manipulationen, die Veröffentlichung der Gegendarstellung und die Entgegnung „Mehr als eine abgründige Rezension?“ von Kien Nghi Ha in der IASL-online. Nicht zuletzt fordern wir eine öffentliche Entschuldigung der Herausgeber und des Rezensenten an den Geschädigten Dr. Kien Nghi Ha und glaubwürdige Regelungen, die ähnliche Fälle zukünftig verhindern. Wir verstehen diesen Fall lediglich als ein Beispiel für unbewusste institutionelle Diskriminie-rungen im Sinne der Macpherson-Kommission der britischen Regierung in Weiß geprägten Institutionen gegenüber Personen of Color. Daher fordern wir zu einer ernsthaften, verant-wortungsbewussten und vor allem öffentliche Diskussion über strukturellen Rassismus als Querschnittsaufgabe in allen Institutionen und Organisationen auf. Der NSU-Skandal in deutschen Sicherheitsbehörden ist ein anderes, tödliches Beispiel dafür wie institutionelle Diskriminierungen durch kollektives Versagen funktioniert.

Spread the word. Write a comment. Share your experiences. Ask the IASLonline politely and don’t forget to send a copy. Thank you for your support!

PDF: Offene Petition
Dokumentation and weitere Informationen: www.colonialdisgust.wordpress.com
Kontakt: decolonial-_watch@gmx.de

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